Der Smartphone-Verweigerer

 

Ich bin nicht mehr ganz taufrisch und besitze kein Smartphone. Schlimm. Ich weiß es. Scheinbar kann man ohne ein Smartphone heutzutage nicht mehr leben. Aber ich kann es! Ich brauche so ein Ding nicht. Obwohl - schaut man sich etwas um - bald scheint es ohne ein Smartphone gar nicht mehr gehen zu wollen. Und was man damit alles machen kann ... Allein die ganzen Apps ... Aber ich brauche es nicht. Und außerdem, ich müsste mit so einem Ding meine Körperhaltung komplett umstellen. Das “In-den-Himmel-starren” ist dann nicht mehr möglich. Man muss den Blick immer auf das Smartphone nach unten richten. Ist so etwas überhaupt für den Nacken gesund? Fast schon bewundernswert finde ich junge, rauchende Frauen, wie sie damit umgehen. In der rechten Hand das Smartphone und in der linken die Zigarette. Und erst junge, rauchende Mütter! In der rechten Hand das Smartphone, der Kopf zum Smartphone gebeugt, mit der linken Hand schieben sie den Kinderwagen und im Mund die Zigarette. Und die Zigarettenschachtel? Richtig schwierig wird es wohl für sie, wenn sie noch ein kleines, freilaufendes Kind dabei haben ... Da müssten sie eigentlich mindestens drei Arme haben. Na ja, okay, auch früher schon hätten junge Mütter, die damals nicht geraucht haben und wo es noch kein Smartphone gab, durchaus schon mehr als 2 Arme und Hände gut gebrauchen können. Aber ich will es nicht. Nee, nee. Am liebsten habe ich meine Hände in der Hosentasche und den Blick frei - auch einmal in den Himmel starren zu können oder sonst wo hin. Und außerdem möchte ich gar nicht immer erreichbar sein, muss mein Facebook-Profil nicht andauernd überprüfen oder ändern und auf aktuelle - natürlich wichtige – Nachrichten warten. Also lasse ich es einfach mit einem Smartphone. Mein Notfall-Handy, das vor ungefähr 5 oder 6 Jahren mit 15 Euro aufgeladen worden ist, und heute immer noch ein Guthaben von über 5 Euro aufweist, reicht mir vollkommen - auch ohne Internet-Zugang, Kamera und was weiß ich sonst noch alles. Da bleibe ich lieber altmodisch und schaue mich mit wachem Blick um ... Ist die Smartphonetipperei eigentlich gut gegen Gicht oder Rheuma? Vielleicht wäre dass mal eine Überlegung wert. Ach, nee, lassen wir es lieber. Die Zeit hat mich einfach überrollt. Und das ist gut so. Oder?