Leseprobe

Fritz Eitel von Sonnenschein

Die Leiden des alten Schnickschnack 



Entwicklung 4: Das Schweinchen


Wolf Schnickschnack war ein „Unter-den-Rock-Gucker“.

Seine sexuellen Phantasien beschränkten sich im zunehmenden Alter immer mehr auf das für ihn Wesentliche. Wie beim Essen fokussierte sich sein Interesse auf die Masse und nicht so sehr auf die Klasse. Voluminöse Frauen mit viel Brust und Hintern entlockten ihm gierige Blicke. Aber auch bei jungen, schlanken Frauen suchte er immer etwas zu erhaschen. Trug sie etwas drunter und konnte man da eventuell etwas sehen? Bei Fotos nahm er seine Brille ab und starrte intensiv und ganz genau hin, ob sich unter dem Rock etwas abzeichnete. Trug sie einen Slip oder Tanga, war sie rasiert oder lugten ein paar Haare heraus, hatten die Schamhaare die gleiche Farbe wie ihre Frisur? Fragen, die er gerne beantwortet haben wollte. Er war ein richtiger Bärenliebhaber und Pflaumenschauer, wie er selbst so gerne grinsend betonte. So war er eben – aber mit voller Überzeugung – ein richtiges, kleines, altes Schweinchen.

Später als greiser Mann klatschte er gerne seiner Pflegerin mit seiner ansonsten schon kraftlosen Hand auf den Hintern, dass es nur so knallte. Anschließend betätschelte er ihren Po und ignorierte ihren Widerstand und bat sie darum doch mal einen Ledermini und Rollbratenstrümpfe für ihn zu tragen.

Seine gierigen Finger stieß sie immer wieder zurück, aber er ließ nicht locker: „Dann kriegst du auch einen Fünfer!“
Und wenn sie dann ablehnte, fügte er noch grinsend hinzu: „Mädel, ich würde dir auch gerne mal einen richtig vor die Büx hauen, hahaha.“

Was, bitte?“

Na, Kind. Dir ein Baby der Begierde machen! Ficki, Ficki!“

Ach, lass mal, Opa.“

Bitte“, und er versuchte dann so gut es eben ging lieb zu gucken, aber seine Gier blitzte doch durch, Schwester Karin – oder wer es gerade war, da war er nicht sonderlich wählerisch – der er noch: „Flotter Arsch!“ hinterher rief, lehnte dankend, aber bestimmt ab.

Weiber, keine Ahnung, was wirklich gut für sie ist“, brummte er dann immer vor sich hin, „so einen Hahn wie mich gibt’s nicht alle Tage!“

Und morgen will ich Nöckpatronen“, schrie er ihr noch nach.

Sie alter Lüstling!“

Mensch, Mädel, Eier! Hühnereier! Bitte als Rührei. Kann ich besser beißen.“

Und er grinste schmierig in sich hinein und nahm eines seiner zahlreichen Sexmagazine in die Hand und juchzte wie ein kleines Kind, wenn er die Bilder genauestens betrachtete.

Geile Weiber, hähähä“, sprach er voller Begeisterung mit sich selbst.

Scheiße, dass mein Piephahn schon so alt ist“, bedauerte Wolf Schnickschnack jeden Tag bei dieser Art der Lektüre.

Abends – wenn er im Bett lag – betrachtete er voller Vergnügen die Fototapete mit diversen Nacktmodels, die er sich vor einigen Jahren von seiner Rente gegönnt hatte. Schließlich schlief er mit einem zufriedenen Grinsen ein.