Leseproben

Fritz Eitel von Sonnenschein
Schnickschnacks Wehr- und Wun
derjahre


Der Frauenkenner - Teil 1

Zwei Dinge faszinierten ihn sein ganzes Leben lang: Bratwürste und gewaltige Frauenhintern! Beginnen wir mit den Hinterteilen der Damen.
Bereits kurz nach seinem Erlebnis auf dem Wochenmarkt hatte er die erste wirkliche Berührung mit der Damenwelt. Sie hieß Antje und wohnte mit ihrer Familie gleich gegenüber. Sie mag damals vielleicht ein Jahr älter als Wolf gewesen sein, als sie auf dem Spielplatz, wo er hauptsächlich seine Nachmittage verbrachte, auftauchte. Sie trug eine blaue Strumpfhose, so wie es Ende der Fünfziger Jahre üblich war. Ihr Gesicht hatte er kaum wahrgenommen und konnte sich auch später gar nicht oder kaum daran erinnern. Augenfarbe? Haare? Er wusste es nicht mehr, aber etwas vergaß er sein ganzes Leben nicht. Und das war ihr Hintern! Ihre Kiste, wie er das Körperteil später so gerne nannte.
Wolf saß gerade in der Sandkiste und formte eine fabelhafte Sandtorte, als ein kleiner Ball zwischen seine Beine rollte. Dann kam sie auf der Suche nach dem Ball angerannt - ein ziemlich stabiles Mädchen - und bückte sich um den Ball aufzunehmen direkt vor Wolfs Gesicht. Augenblicklich verdunkelte sich der Himmel, denn ihr ziemlich gewaltiger Hintern verdeckte alle Sonnenstrahlen, die bis dahin Wolf getroffen hatten. Wie gebannt starrte er auf dieses riesengroße Etwas und war sprachlos, was für ihn damals eigentlich ein unmögliches Ding war. Sein ganzer Gesichtskreis war von Antjes Hintern ausgefüllt. Sein noch unverbrauchter Instinkt ließ ihn zugreifen und Antje zu sich herunterziehen. Sie protestierte nur leicht und plumpste nicht eben sehr elegant auf ihn herab.
Wolf genoss den kurzen Augenblick, denn sie erhob sich schnell, drehte sich noch kurz zu ihm um und lächelte. Aber er konnte nur auf ihren Hintern starren und war fasziniert und fassungslos zugleich. Soviel und so rund! Und das an nur einem Mädchen! Nie vergaß er diesen Moment des unsäglichen Glücks.



Der Tod liegt im Darm


Mit dem Satz: “Der Tod liegt im Darm” sensibilisierte der Vater Wolf schon sehr früh und meinte damit, dass dieses Organ der wichtigste Körperteil des Menschen war. Und der Vielesser Wolf fand, dass sein Vater vollkommen Recht hatte und begann schon in sehr jungen Jahren seinem Vater - was die Verdauung und die anschließende Ausscheidung betraf -  nachzueifern. Es fiel ihm zuerst nicht leicht, aber dank der permanenten Nahrungszufuhr und das auch noch in größeren Mengen, holte er seinen Vater, was Effektivität und Entsorgungsmenge betraf, sehr schnell ein. Für Wolf Schnickschnack wurde die Toilette - noch vor dem Schlafzimmer oder der Küche - der wichtigste und heimeligste Ort. Er fühlte sich dort so wohl, dass er bald nicht nur mal eine Zeitschrift oder eine Zeitung zum Lesen in das WC mitbrachte, sondern ein ganzes Bücherregal von seinem Vater einbauen ließ. Ja, so konnte er ganz entspannt entsorgen, dabei lesen und fühlte sich sauwohl. Der Nebeneffekt des Lesens war außerdem eine permanente Steigerung der Bildung. Von dieser Toilettenbildung profitierte er nicht nur in der Schule, sondern auch in seinem ganzen weiteren Leben. So schlug Wolf gleich zwei Fliegen mit einer Klappe. Ach, wie fühlte er sich dort wohl, wenn er nicht nur seine Seele, sein Seelchen baumeln ließ. Es waren die glücklichsten Momente seines Lebens, wenn ihn wieder ein Teil der höchst effizient verarbeiteten Nahrung verließ.
Und mit den Jahren steigerte er noch sein Wohlgefühl durch ein stetiges Mengenwachstum seiner Nahrungsaufnahme, die seinen Darm zu wahren Höchstleistungen trieb und man wirklich von einem Hochleistungsdarm sprechen konnte, der beim Ableben Wolfs unbedingt Universitäten zu wissenschaftlichen Untersuchungen zur Verfügung gestellt werden müsste.
Und dieser Darm schickte Wolf nun zweimal am Tag auf die Toilettenbrille, die seine ganze Freude war. Später als erwachsener Mann leistete er sich voller Überzeugung und Genugtuung ein Haus mit vier - oder waren es sogar fünf -  Toiletten. Ein Hoch auf die Wohnkultur eines Mannes, der nie das Wohlbefinden seines Darmes aus den Augen verlor und ihn voller Hingabe hegte und pflegte.